Vorstandsvorsitzender (VPLT e.V. ) Helge Leinemann und Geschäftsführerin Linda Residovic sprechen über Neuerungen, richtungsweisende Schritte und Herausforderungen bei dem Branchenverband.

Der VPLT verändert sich gerade. Was genau hat sich seit der letzten Umstrukturierung, als vor einigen Jahren das Bereichsleitermodell eingeführt wurde, getan?

Helge Leineman, Vorstandsvorsitzender VPLT e.V.

Helge Leinemann: Der VPLT hat sich in den letzten sieben Jahren sehr gewandelt. Über den Teil vor meiner Mitgliedschaft, welche fast dem Zeitraum entspricht, in der ich im Vorstand tätig bin, kann ich wenig sagen, da ich mit dem Ansatz, etwas weiterzuentwickeln in den Verband und dann auch gleich in die Vorstandsarbeit eingestiegen bin.

Eine Alternative wäre es gewesen, einen anderen Verband zu gründen – möglich, aber entsprechend aufwendig – zumal das Potenzial und die gegebene Mitgliederstruktur ja vorhanden waren. Nun bin ich sehr zufrieden, wie sich die Dinge entwickeln. Das Bereichsleitermodell war zu seiner Zeit genau der richtige Schritt. Die Gegebenheiten davor wollte keiner mehr mittragen, und so war es für den Verband vor circa vier Jahren an der Zeit, sich aus alten Mustern zu lösen und auf eine zeitgemäße Art und Weise Themen und Aufgaben anzugehen. Gerade in der Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und der Politik, hat sich seither Erhebliches getan.

So war es nun an der Zeit, wieder einen Schritt nach vorne zu machen. Wir wollen und müssen mit „den Großen“ spielen, und dazu gehört auch ein entsprechendes Auftreten, welchem wir als ehrenamtlicher Vorstand, schon alleine aus Kapazitätsgründen, nicht gerecht werden können. Die Geschäftsführerin, Linda Residovic, soll die Themen zusammenführen, den Vorstand entlasten und auch thematisch auf die Töchter einwirken. Wir haben in allen Bereichen, gerade auch bei den Töchtern (DPVT, DEAplus, VPLT Service und Verlags GmbH) gute Leute sitzen, die teilweise seit vielen Jahren in den riesigen Wellenbewegungen stets das Ruder festgehalten haben. Jetzt soll es wieder einfacher werden, um in der Zusammenarbeit aller noch effizienter mit der Vielzahl der Themen arbeiten zu können.

 

Was sind aus deiner Sicht die wichtigen Schritte, die der VPLT in den letzten zwei Jahren gemacht hat?

Helge Leinemann: Ein wichtiger Schritt war das Herbeiführen einer viel engeren Zusammenarbeit der Branchenverbände im Rahmen der IGVW, mit den Schwerpunkten wie Bildung und Qualifikationen. Im Kontext Personal sind ganz besonders, die im Rahmen der ERASMUS+-Projekte, aufgezeigten Erkenntnisse und Wege hervorzuheben, welche nun in konkrete Maßnahmen übergehen werden. Es gilt selbstverständlich auch, die aus unserer Sicht positive Entwicklung bei der Meisterneuordnung sowie die Eintragung in das „Lobbyregister“ der EU, hervorzuheben. Als mittelgroßer schlagkräftiger Verband haben wir das richtige Werkzeug an der Hand um es besser zu machen. Einfach weil wir uns dazu verpflichtet fühlen.

Was war die Idee, die hinter den Veränderungen stand? Gab es einen Veränderungsdruck? Was sind die Bedingungen, die zu den entscheidenden Schritten geführt haben?

Helge Leinemann: Wir wollen die Politik und die allgemeinen Themen des Verbandes weiterentwickeln. Dass die Vorstände des VPLT alle aus der Praxis kommen, ist ein Riesenvorteil für unsere Themen. Allerdings sind es genau jene, die immer komplexer und mehr werden – ganz zu schweigen von dem stets zu pflegenden und zu erweiternden Netzwerk. Als ehrenamtlicher Vorstand diesen Aufgaben, und somit den Mitgliedern gerecht zu werden, ist kaum noch denkbar. Umso wichtiger also der Schritt, dass Hauptamt zu stärken.

Linda, Deine Position ist neu beim VPLT – bist du gut angekommen? Was sind deine neue Aufgaben? Was sind deine Ideen und Ziele, die du gerne umsetzen möchtest? Du hast bereits durch deine Arbeit beim EVVC viel Erfahrung im Bereich der Verbandsarbeit. Wo siehst du die Herausforderungen, denen sich die Branchenverbände stellen müssen?

Linda Residovic, Geschäftsführerin VPLT e.V.

Linda Residovic: Wenn auch zunächst etwas holprig, bin ich mittlerweile gut angekommen. Zunächst liegt ein großer Fokus auf der „Bestandsaufnahme“, der Optimierung von Abläufen – gerade auch hinsichtlich der bestehenden Ressourcen – unseren Mitgliedern und deren Anforderungen, bis hin zur strategischen Ausrichtung. Letzteres selbstverständlich in enger Zusammenarbeit mit dem Vorstand. Der VPLT steht inhaltlich sehr gut da und es wurde und wird hier gute Arbeit gemacht. Absolutes Ziel ist es, die Themen für die entsprechenden Empfänger gebündelt und schnell zugänglich zu machen. Es muss eine gute Kommunikationsstrategie, welche auch der Heterogenität des Verbandes gerecht wird, her. Eine, die auch das gesamte Team entlastet und zu unserem wichtigsten Tool wird. Weiter möchten wir auch die direkte Kommunikation fördern, noch näher an unsere Mitglieder ran und auf politischer Ebene noch mehr Gehör erfahren. Die Herausforderung sehe ich für uns alle derzeit in der Fachkräftethematik und dem damit einhergehender Mangel. Ich denke, dass wir hier stark umdenken müssen und auch ich, die in einer eher konservativen Hierarchie gelernt hat und geprägt wurde, tue mich hier und da manchmal schwer, nicht „einfach Dinge durchzuboxen“. Der einzelne Mitarbeiter, mit all seinen individuellen Wünschen und Vorstellungen wird immer wichtiger. Werte zu schaffen und zu leben, ganz neben der Gehaltsstruktur, und diese im richtigen Gleichgewicht mit den unternehmerischen Zielen in Einklang zu bringen, das ist die Aufgabe. Ein sicherlich längerer und auch einmal holpriger Weg, aber auch super spannend!

Wie wirst du mit deiner Erfahrung und deinen Ideen den VPLT mitgestalten?

Linda Residovic: Ich denke, ich kann viel zu einer guten Struktur und Motivation beitragen. Auch, dass ich so oft ich kann in Hannover in der Geschäftsstelle sitze und somit nah am Team, trägt zu einer besseren Absprache und kürzeren Entscheidungswegen bei. Die enge Abstimmung mit dem Vorstand, dem Team und den Töchtern ist essentiell, der Dienstleistungsgedanke in Fleisch und Blut und der Wille, den Verband und somit die Interessen der Mitglieder und Branche weiter voranzubringen ist mein 100%iger Antrieb.

 

(Autor und BIldrechte: VPLT)

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